Lernen mit allen Sinnen
Gutes Lehrmaterial berücksichtigt die Erkenntnis, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt: den auditiven, den visuellen, den kommunikativen und den motorischen Typ. Um effektiv lernen zu können, benutzt jeder Mensch also ein bestimmtes Sinnesorgan mehr als die anderen. Einer lernt gut durch Zuhören, der andere, indem er etwas durchliest oder aufschreibt. Manche brauchen den gedanklichen Austausch mit Anderen und Rekapitulieren dadurch den Stoff. Natürlich sind diese Einteilungen nur grundsätzlicher Natur. Tatsache ist aber, dass didaktisches Lehrmaterial dann erfolgreich ist, wenn es die Lerninhalte auf unterschiedliche Weise transportiert.
Wenn man weiß, welchem Lerntyp das eigene Kind angehört, kann man es gezielt mit dem richtigen Lehrmaterial unterstützen. Jemand, der Neues allein durch aufmerksames Zuhören begreift, ist durch das Lesen langer Texte vielleicht eher verwirrt, als dass sie zur Klärung beitragen. Ein Anderer möchte der Mutter erzählen, was er in Sachkunde gelernt hat. Durch gezieltes Nachfragen verfestigt sich der Stoff derart, dass ein zusätzliches Sitzen und Büffeln keinen Mehrwert bringen würde. Kinder wissen sehr genau, wie sie am besten lernen. Man kann sie in der Methodik und mit geeignetem Lehrmaterial unterstützen.
Bei pädagogisch sinnvollem Lehrmaterial fällt auf, dass Kinder kleine Blocks zu einem Thema unterschiedlich bearbeiten müssen. Zum Gedicht kann man ein Bild malen, ein Lied daraus machen, einen Lückentext ausfüllen, es laut vorlesen, eine kleine Szene spielen, es im Team erarbeiten oder ein eigenes Gedicht zum Thema verfassen. Auf diese Weise werden ihnen wesentliche Sachverhalte spielerisch näher gebracht. Das wiederum entspricht dem kindlichen Verhalten, das seiner Umwelt spielerisch und neugierig begegnet. Spielen bedeutet Spaß. Lehrmaterial, das Spaß macht, hat den erwünschten Effekt, dass Kinder gern lernen.